Made in Urbania II – Do-STADT-yourself

Do-It-Yourself ist selbstbewusstes Statement einer kreativen urbanen Generation. Innovativität und Kreativität sind dabei selbstverständlich, Upcycling chic, Authentizität geschätzt. Eigeninitiative und sozial-ökologisches Bewusstsein prägen die DIY-Identität.

In Städten weltweit etabliert sich eine urbane DIY-Kultur. Kreative Personen schließen sich zu Gruppen zusammen, experimentieren mit unkonventionellen Ideen und verwandeln diese in urbane Trends. Sie haben den Anspruch ihre Umgebung aktiv mitzugestalten und Konzepte und Produkte, die spezifisch lokal und oftmals auch sozial und nachhaltig sind, herzustellen. Urban Gardening, Knit Nights und Co-Working Spaces sind dafür nur einige Beispiele.

Das Do-It-Yourself Konzept ist zugleich Ausdruck und Symbol gewandelter Ansprüche an urbane Lebens- und Raumgestaltung. Indem die Akteure eine selbstorganisierte Herstellung von Produkten und Dienstleistungen anstreben, versuchen sie sich – zumindest in Teilen – von Marktmechanismen, kapitalistischen Produktionsbedingungen, industriellen Produktionsweisen und uniformen von oben nach unten dirigierten Gestaltungsformen zu distanzieren. Handwerk und „traditionelle“ Methoden erleben dabei eine Aufwertung und Reaktivierung. Lokale Produktion, Qualität und Selbstbestimmtheit sind genauso wichtig wie das gesellige Beisammen sein, die Investition in Zeit und Muße. Diese konsumkritische Haltung basiert auf Werten von Individualität und Authentizität und dem Wunsch einer Alternative zu industrieller Fertigung und der Anonymität von Produkten und Herstellungsprozessen.

Den Anspruch Produkte selbst zu schaffen und in diesem Zuge auch eine gesellschaftliche Aussage zu machen, verschränkt sich mit dem Wunsch darüber hinaus auch bis in den urbanen Raum zu wirken und ihn mitzugestalten. Ein Beispiel dafür sind die Münchner Rausfrauen. Das Duo begreift den „öffentlichen Raum als gesellschaftlich gestalt- und veränderbar“ und kritisiert „die zwar diskutierte aber nach wie vor weitgehend akzeptierte Opposition von weiblich-häuslich-privat und männlich-öffentlich-politisch“. Ein „spielerisches und humorvolles Neudenken“ provozieren die beiden Aktivistinnen dabei vor allem durch ihre Strick- und Häkelarbeit.

Im Rahmen des Festival of Independents im Haus der Kunst luden gleich mehrere Münchner Formate ein, sich an verschiedenen Formen des Do-It-Yourselfs (DIY) zu beteiligen. Während Daniel Überall vom Kartoffelkombinat über die Möglichkeiten des landwirtschaftlich-genossenschaftlichen Engagements referierte, empfingen die MacherInnen der Knit Nite, des Repair Café des HEi, der Werkbox3 und von Green City e.V. zum Stricken, Reparieren, Textildrucken und Saatbomben formen.

Knit Nite

Haus der Kunst – Festival of Independents MUNICH/NOW/HERE, Knit Nite

Werkbox3

Haus der Kunst – Festival of Independents MUNICH/NOW/HERE, DIY Siebdruck-Workshop Haus der Kunst – Festival of Independents MUNICH/NOW/HERE, DIY Siebdruck-Workshop

Repair Café des HEi

Haus der Kunst – Festival of Independents MUNICH/NOW/HERE, Repair Café Hei Haus der Kunst – Festival of Independents MUNICH/NOW/HERE, Repair Café Hei

Green City e.V.

Haus der Kunst – Festival of Independents MUNICH/NOW/HERE, Green City Haus der Kunst – Festival of Independents MUNICH/NOW/HERE, Seed Bombs

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